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Leistungen - Ernährungsberatung

Ernähren Sie Ihren Hund wie einen Wolf und er wird nur so alt wie ein Wolf

Als Ausgebilde Hunde - Ernährungsberater können wir Ihnen Ihre bisherigen Futtermittel beurteilen um eventuelle Mangel- oder Überversorgung festzustellen und auftretende Mängel in einer Rationsanalyse zu korrigieren. Wir verfügen über entsprechende Berechnungsprogramme, um Ihnen einen individuellen Ernährungsplan erstellen zu können.

Auch bei den Ergänzungsfuttermitteln sollte man genau wissen, was darin enthalten ist und was das Tier wirklich benötigt.

Beispielsweise fehlt es in Nassnahrungen und sehr vielen BARF-Rationen unter anderem oft an Zink. Zink ist im Stoffwechsel und für das Immunsystem aber unentbehrlich. Ein Zinkmangel kann zu Haut-, Haar- und Krallenproblemen führen, oder das Tier wird einfach nur anfälliger für Parasiten und viele andere Erkrankungen.

Was machen wir anders als die Natur?

Unsere Tiere sind zwischenzeitlich bereits so denaturalisiert, dass mindestens 80 % unserer Hunde in der Natur nicht mehr überlebensfähig wären. Zudem werden in der Natur keine alten und kranken Tiere benötigt. Die Natur kennt die Lösung dafür, indem Sie diese Tiere sterben lässt.

Mit dieser Tatsache anfreunden möchten sich weder Sie als Tierhalter, Hersteller von Tiernahrung, Tierärzte, Tierheilpraktiker noch wir als  Tierernährungsberater ( und ebenso stolze Hundebesitzer ).
Durch gemeinsame Zusammenarbeit sind wir bestrebt, artgerechte Ernährung in Kombination mit sinnvollen Ergänzungsmitteln in die Futterrationen einzubeziehen.

Ein paar Grundlagen zur Hundefütterung

(Quelle Meyer, Zentek, Ernährung des Hundes, Parey 2001)

Derzeit häufen sich in der Hundehaltung viele ernährungsbedingte Probleme wie Allergien, Ekzem, Bewegungs-störungen, Überaktivität oder andere psychische Probleme.

Ein Blick in die Zusammensetzung vieler Fertigfutter lässt uns über den hohen Getreideanteil erstaunen. Daher ist es sehr interessant, die Grundlagen der Hundefütterung genau unter die Lupe zu nehmen.

Die erste Ernährung

Der Hund stammt vom Wolf ab und ist daher primär ein Fleischfresser.  Dadurch verträgt er auch große Mengen an Fett. Die Ernährung des Welpen beginnt mit der fett- und eiweißreichen, jedoch milchzuckerarmen Muttermilch. Rund 30 Prozent des Energiebedarfs des Welpen werden durch Protein, 60 Prozent durch Fett und nur 10 Prozent durch Kohlenhydrate gedeckt. Im vergleich zur Kuhmilch ist der Anteil an schwefelhaltigen Aminosäuren sehr hoch und der Gehalt an Lysin sehr gering. Die Hundemilch ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wobei sich die Fettsäurenzusammensetzung nach der Aufnahme richtet. Die Spurenelementgehalte der Hundemilch sind auffallend hoch (Verhältnis von Zink zu Kupfer 3:1). Den Laktationsgipfel erreicht die Hündin in der 3. bis 4. Laktationswoche.

Stärke für Welpen nicht artgerecht

Saugwelpen sind nicht ausreichend mit Enzymen ausgestattet, um Stärke im geforderten Maße aufzuschließen. Daher sollten getreidehaltiger Produkte so spät wie möglich gefüttert werden. Besser sind Hackfleisch als erste Mahlzeit nach der Milch.

Der Wolf im Hund

Das scharfe Gebiss des Hundes dient dem Ergreifen von Beute, Zerreißen und Abscheren von Nahrungsteilen. Der Magen des Hundes ist extrem dehnbar. Das lässt auf zufällige Nahrungsaufnahme schließen. Das lässt sich durch seine wölfischen Vorfahren gut begründen.
Wolfsrudel sind bei der Jagd auf Großwild nur zu 10 Prozent erfolgreich. Das kann dazu führen, dass sich Wölfe tage- oder sogar wochenlang nicht richtig sattfressen. In härteren Zeiten ernähren sich Wölfe mit Kaninchen, Hasen, Vögeln oder Mäusen. Laut dem Hundetrainer Martin Rütter kommen die aber auch nicht jeden Abend um 18 Uhr vorbei.

Besonderheiten in der Verdauung

Bei sauren pH-Werten von 2 bis 3 kann die Magenverdauung bis zu 20 Stunden betragen. Die Dünndarmverdauung entspricht weitestgehend der von Mensch oder Pferd. Der Dickdarm des Hundes ist hingegen kurz und mit sehr verschiedenen speziellen Bakterienkulturen besiedelt, die ihr Darmmilieu z.B. mit Hilfe schwefelhaltiger Stoffwechselprodukte selbst gestalten. Milchzucker und bestimmte Stärkearten können das Bakteriengleichgewicht aus dem Lot bringen. Einseitige eiweiß- oder bindegewebsreichen Futterrationen können ebenso Fehlgärungen provozieren. Es kann zu Durchfall kommen..

Fleisch, Fett, Faser

Fett kann in der Hundefütterung diätetisch eingesetzt werden, da es die Gärungsvorgänge in der Darmflora dämpft und sich so positiv auf die Verdauung des Hundes auswirkt. Leicht fermentierbare Faserstoffe wie Pektine und Oligosaccharide wirken verdauungsstabilisierend. Wir finden diese Fasern in Rübenschnitzeln, Möhren oder Sellerie. Auch Obst (Äpfel, Birnen, Bananen) und Kräutern (Koriander, Anis, Fenchel, Kümmel), die der Wolf in der Wildnis finden würde, sind für den Hund geeignet und gut verdaulich. Haferkleie erhöht den Füllungsdruck im Dickdarm und kann zur Regulierung der Darmtätigkeit eingesetzt werden.

Der Speiseplan des Hundes

Aller Unkenrufe zum Trotz sollte man dem Hund eine gemischte, vielfältige Kost anbieten. Dabei steht Fleisch an erster Stelle. Wenn nicht finanzielle Gründe dagegen sprechen, sollte der Hund auch Muskelfleisch und Innereien erhalten, die er in der Natur bevorzugen würde. Neben einer ausgewogenen Zusammensetzung der Aminosäuren finden wir hier eine große Konzentration wichtiger Spurenelemente wie Eisen und Zink. Zuviel Bindegewebe aus Schlachtabfällen (üblich in der industriellen Hundeernährung) ist vom Aminosäurespektrum her einseitig und ungünstig für die Darmflora. Aufgrund der Toleranz des Hundes gegenüber Fetten (ohne Probleme 10 Gramm je Kilo Körpermasse pro Tag, also 100 Gramm für einen 10 Kilogramm schweren Hunde täglich) und gemäß der Zusammensetzung der Muttermilch verträgt der Hund hohe Fettgehalte. Es spricht nichts dagegen, den Hund mit einem gewissen Anteil an Ölen und Fett zu versorgen. Omega-3-fettsäurehaltige Öle wie z.B. Lein- oder Hanföl wirken positiv auf Entzündungsgeschehen und könnten etwaige Nachteile durch die Fleischfütterung aufheben, um langfristig Gelenkserkrankungen vorzubeugen. Gekochtes oder rohes Gemüse wie Karotten, Sellerie oder Rote Beete liefern leicht fermentierbare Rohfaser, wichtige Vitamine und Spurenelemente.

Fisch, Vogel und Ei

Manche Hunde lieben Fisch. Nichts spricht gegen die Verfütterung von gedünstetem frischem Fisch wie Thunfisch oder Kabeljau. Allerdings sollte der Fisch entgrätet sein. Als kleine Alternative kann auch Thunfisch aus der Dose oder die nährsstoffreiche Dorschleber verfüttert werden. Fisch enthält hohe Spurenelementgehalte (insbesondere Jod) und hohe Gehalte an Omega-3-Fettsäuren. Der Gehalt an Vitamin D ist im Fisch sehr hoch. Vitamin D muss der Hund aufnehmen, da ihm die Fähigkeit fehlt, es mit Hilfe von Sonnenstrahlung in der Haut zu bilden.
Gekochtes Huhn mit Reis gilt als das leicht verdauliche Diätessen für ältere Hunde, Hunde in der Rekonvaleszenz und bei Verdauungsproblemen. Fast jeder Hund genießt diese Kombination gerne als feine Mahlzeit mit einem Schuss kaltgepresstem Kürbiskernöl. Selbstverständlich lieben Hunde auch Pute, Tauben oder Wachteln, selbstverständlich ausgebeint.
Eier sind voller wichtiger Nährstoffe, insbesondere hochwertiger Aminosäuren, Lecithin und vor allem reich an Zink. Daneben sind Eier leicht verdaulich und werden von Hunden gerne gefressen.
Kräuter sind ein wichtiger Bestandteil der Hundeernährung. Sie sind Faserlieferanten und enthalten wertvolle Sekundäre Pflanzenstoffe, die antioxidativ und krebsvorbeugend wirken. Daneben wirken viele Kräuter verdauungsfördernd und leberstimulierend.
Kohlenhydrate sind nicht arttypisch
Zu den kohlenhydrathaltigen Futtermitteln gehören stärkereicher Weizen, Gerste, Roggen, Mais und deren Verarbeitungsprodukte wie Nudeln oder Flocken aller Art. Kohlenhydrate spielen in der Ernährung des Wolfes eine untergeordnete Rolle. Der Wolf frisst sicher alles, aber die Entwicklung des Getreides hat erst nach der Entwicklung des Wolfes eingesetzt, auf deutsch, der Wolf war vor dem Getreide da.
Mit der Domestikation wurden Hunde auch zu harter Arbeit als Jagd-, Hüte-, Renn- oder Schlittenhund herangezogen. Auch das Anspannen vor einen Wagen (z.B. Milchwagen) blieb vielen größeren Hunden nicht erspart. Verbunden mit der starken Arbeitsleistung macht die Verfütterung von stärkehaltigen Futtermitteln Sinn. Stickstoffarm entlasten Kohlenhydrate den Hundestoffwechsel von zu großen Anflutungen von Harnstoff aus eiweißreicher Kost. Allerdings reagieren viele Hunde auf das Getreideeiweiß allergisch. Ebenso können große Stärkeanflutungen oder unaufgeschlossenes Getreide die Durchfallneigung erhöhen (siehe oben).
Hunde mit einem geringen Energiebedarf sollten mit wenigen Kohlenhydraten gefüttert werden, da zunächst der Grundbedarf an Aminosäuren, essentiellen Fettsäuren, Faserstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen gedeckt werden muss. Erst wenn ein tatsächlicher zusätzlicher Energiebedarf besteht, sollte der Anteil an stärkehaltigen Futterkomponenten angehoben werden. Das Getreide muss aufgeschlossen, also als Flocke zubereitet oder mindestens gekocht werden. Rohes Getreide für Hunde ist nicht akzeptabel.

Essen vom Tisch

Die Frage lautet hier: Was haben sich Frauchen oder Herrchen denn gekocht? Wer scharf angebratenes, gewürztes Fleisch mit Bratkartoffeln isst, muss sich nicht wundern, wenn es sowohl ihm, als auch dem Hund langfristig nicht so gut geht. Sich den Rest seines Rumsteaks oder Hasenrückens als „Dogpack“ einpacken zu lassen, es zuhause abzuwaschen und dann beispielsweise mit etwas Sesamöl anzugießen, kann dem Hund nicht schaden. Wer Panikattacken bekommt, bei dem Gedanken, der Hund könnte zuviel Salz erhalten am Tisch, sollte bitte bei dem diversen Leckerlie-Angebot für Hunde, Hundewurst etc. mit der eigenen Zunge testen! Abgesehen davon haben Hunde einen gewissen Salzbedarf.
Bevor man wahllos der Werbung glaubt, sollte man die Zusammensetzung der Fertigfutterverpackungen genauer anschauen. Der Gesetzgeber verpflichtet den Hersteller von Hundefutter, die Inhaltsstoffe, beginnend mit der prozentual am meisten eingesetzten Komponente, der Reihe nach aufzulisten. Wenn das Futter mit verschiedenen Getreidekomponenten beginnt oder hochwertige Rohstoffe fehlen, sollten Sie nachdenklich werden. Mehr Vertrauen kann man den Herstellern schenken, die sich die Mühe machen, sehr viele einzelne, sinnvolle Komponenten zusammenzumischen, dabei auf eine hohe Spurenelementversorgung achten und genügend Fleischanteile im Futter anbieten.

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2012

 


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